Grandioses Rennwochenende für die Speed Monkeys im Porsche Sports Cup Deutschland: Bei der dritten Runde auf dem Lausitzring feierte das Team aus Essen den ersten Sieg im Porsche Super Sports Cup. Nachwuchsfahrer Donar Munding gewann das erste Nachtrennen in der Serie überhaupt. Die Mannschaft um den ehemaligen Porsche-Junior Lance David Arnold setzte zudem erstmals drei Porsche 911 GT3 Cup ein.

Der Start in das Rennwochenende verlief im Porsche Super Sports Cup völlig anders als vorgestellt: Während sich Donar Munding (#168), Osman Tüccaroglu (#91) und Lars Joosten (#41) im Regen auf den Plätzen drei, sechs und 15 positionieren konnten, wurde das Fahrertrio auf abtrocknender Strecke völlig unerwartet nach hinten durchgereicht. Nach dem Zeittraining stand Tüccaroglu auf Startplatz 16 vor seinem Teamkollegen Joosten, Munding fiel sogar bis auf Rang 20 zurück.

In Rennen eins lautete daher die Devise Angriff nach vorn. Der 18-jährige Donar Munding startete zur Aufholjagd und arbeite sich in 16 Runden auf dem 4,534 km langen Lausitzring bis auf den siebten Platz nach vorne. Lars Joosten machte acht Plätze gut und erreichte als Neunter den Sprung in die Top 10. Osman Tüccaroglu fuhr in seiner Klasse 5e auf den dritten Platz.

„Das Quali-Ergebnis war an diesem Wochenende besonders wichtig“, sagte Lance David Arnold. „Die Trainingszeiten zählten diesmal für die Startaufstellung des ersten Rennens und auch für das neue Nachtrennen in der Dunkelheit am späten Samstagabend bei dem sogar 1,5-fach Punkte für die Meisterschaft vergeben wurden. Die Ausgangssituation war also alles andere als optimal.“

Donar Munding: Von Startplatz 20 zum Sieg im Fotofinish
Vor dem Zusatzrennen sorgte starker Regen plötzlich für eine Extra-Portion Spannung. Das Warm-up am Abend nutzte das Team, um seine Fahrer auch mit profillosen Slicks auf die zwar noch feuchte aber immer weiter abtrocknende Strecke zu schicken. Erst in der Startaufstellung entschieden sich viele weitere Teams kurzfristig dazu ebenfalls Slicks aufzuziehen. Nach dem Start kämpften viele Konkurrenten damit, die frischen Reifen auf dem kühlen Asphalt auf Temperatur zu bringen. Mit den bereits angefahrenen Reifen konnten die Speed-Monkeys-Piloten dagegen sogleich richtig durchstarten. Donar Munding fuhr sensationell in der ersten Rennrunde von Platz 20 bis auf die dritte Position vor. Nach vier Runden reihte sich Lars Joosten als Vierter hinter seinem Teamkollegen ein. Nach einer Safetycar-Phase attackierte das Duo in den letzten drei Runden noch einmal. Donar Munding rückte in der vorletzten Runden auf Platz zwei vor und setzte sich in der finalen Runde in der letzten Kurve sogar an die Spitze. Im packenden Fotofinish lag der Youngster, der auch als Junior-Pilot vom Deutschen Sportfahrer Kreis (DSK) unterstützt wird, als Sieger mit einem Vorsprung von 0,05 Sekunden vor seinem Verfolger. Das sensationelle Top-Resultat für die Speed Monkeys machte Lars Joosten perfekt, der sich im schwarz-neongrünen Cup-Porsche auf den dritten Platz verbessern konnte. Im Ziel lagen die Top 3 innerhalb von nur 0,621 Sekunden und sorgten damit für einen der engsten Zieleinläufe im Super Sports Cup.

„Dieser Schlussspurt war nichts für schwache Nerven“, sagte Lance David Arnold. „Von Position 20 zum Sieg und von 18 auf Platz drei: Damit durften wir nach dem verkorksten Zeittraining nicht rechnen – der absolute Wahnsinn!“

Osman Tüccaroglu fuhr ebenfalls ein tolles Rennen und kämpfte im älteren 911 GT3 Cup auf Augenhöhe mit Piloten in aktuellen Cup-Fahrzeugen. Im Rennen verbesserte er sich souverän Schritt für Schritt von Startplatz 16 bis auf die siebte Position. In der Klasse 5e hatte der Rennfahrer aus Bad Salzuflen sogar den sicheren Sieg vor Augen. Aber im Duell um Platz sechs musste er zwei Runden vor Schluss Federn lassen. Der Vordermann machte die Tür zu und es kam zur Kollision. Die Folge: Osman Tüccaroglu fiel er weit zurück. Bis er sich wieder einreihen konnte, zog ein Großteil des Teilnehmerfeldes an ihm vorbei. Daher wurde die Startnummer 91 trotz einer Top-Performance am Ende nur auf Platz 19 und Platz drei in Klasse abgewinkt.

Im Sonntagsrennen erzielte Donar Munding eine weitere Podiumsplatzierung. Der junge Stuttgarter jubelte über den hervorragenden dritten Platz. Lars Joosten belegte Rang sieben. Im Kampf um den zweiten Platz in der Klasse war das Glück erneut nicht auf der Seite von Osman Tüccaroglu. Nach einem Dreher sprang sein Rennwagen nicht mehr an, sodass er vorzeitig ausfiel.

Zum Saisonfinale am 10./11. Oktober reist Donar Munding als Spitzenreiter in der mit 20 eingeschriebenen Teilnehmern am stärksten besetzten Klasse der aktuellen Porsche 911 GT3 Cup. Zugleich steht er in der Meisterschaft auf dem zweiten Tabellenplatz. Den Titel kann der Speed-Monkeys-Pilot jedoch nicht aus eigener Kraft einfahren. Der Führende tritt in einer anderen Klasse an und kann dort aktuell mehr Punkte einfahren, da er die Konkurrenz deutlich dominiert.

Technik-Pech: Keine Punkte in der Endurance
In den beiden Rennen des Porsche Sports Cup Endurance hatten die Speed Monkeys den Klassensieg im Visier, um wertvolle Punkte für den Titelkampf einzufahren. Im ersten Langstreckenrennen lief von Beginn an für die Tabellenzweiten Lars Joosten und Osman Tüccaroglu alles nach Plan. Der direkte Konkurrent ließ im ersten Stint einen erfahrenen Profi an Steuer und dann den Amateur-Pilot den zweiten Rennabschnitt absolvieren. So standen die Zeichen klar auf Klassensieg als der Speed-Monkeys-Porsche auf der zweiten Position liegend den Pflichtboxenstopp einlegte.

Aber drei Runden später riss der Antriebsstrang am schwarz-neongelben Neunelfer. Das liegengebliebene Auto musste abgeschleppt werden, erreichte jedoch erst kurz vor dem Start des zweiten Endurance-Laufs die Box. Somit blieb nicht genug Zeit, um die Antriebswelle zu wechseln und das Auto vorzubereiten. Die Startnummer 91 konnte im zweiten Rennen nicht antreten.

„Nach zwei Null-Punkte-Ergebnissen müssen wir uns aus dem Kampf um die Meisterschaft in der Endurance verabschieden, da die anderen Titelkandidaten voll punkten konnten“, berichtete Arnold. „Daher konzentrieren wir uns nun auf den Jahressieg in der Klassenwertung. Beim Finale in Hockenheim wollen wir die Führung in der Kategorie 5e verteidigen.“

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